Wichtige Informationen zu billigen Autoradios aus China

WIR VERBAUEN DIESE NICHT!

Täglich kommen Leute, die im Internet billige Autoradios aus China gekauft haben, mit Problemen zu uns. Grund sind fehlende Kabel oder fehlende Anleitungen und sogar Probleme mit dem Fahrzeug seit Einbau dieser sehr günstigen Geräte. Hier ist deutlich zu sehen: Wer billig kauft, kauft zweimal. Und schlimmer.

Auch für uns ist das ärgerlich, da wir immer wieder die gleichen Fakten erklären müssen. Damit Sie nicht auch auf die sogenannten China-Radios hereinfallen, beherzigen Sie bitte folgende Worte.

Wir verbauen keine China-Radios ohne entsprechende Zertifizierungen!

Hintergrund:

Dass gewisse Plattformen nicht daran gehindert werden, China-Radios zu verkaufen, sorgt bei vielen zu Recht für Kopfschütteln. Es wirkt im ersten Moment unverständlich, dass offensichtlich illegale oder nicht zertifizierte Ware so einfach gehandelt werden darf.

Es sind hauptsächlich Android-Radiogeräte. Bei ihnen fehlt oft der Nachweis über die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV). Das bedeutet, dass das Radio andere elektronische Systeme im Auto stören oder den Radioempfang (DAB+/UKW) dermaßen verschlechtern kann, dass es unbrauchbar wird. Zudem erlischt bei bestimmten fest verbauten Teilen ohne E-Prüfzeichen streng genommen die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.

Ohne ein echtes CE-Zeichen (und die dazugehörige Konformitätserklärung des Herstellers) darf ein elektronisches Gerät im europäischen Wirtschaftsraum eigentlich gar nicht in Verkehr gebracht werden.

Welche Risiken tragen Sie als Käufer?

  • Der Zoll greift ein: Wenn Sie ein solches Gerät direkt aus dem Nicht-EU-/EFTA-Ausland bestellen, kann der Zoll das Paket abfangen. Die zuständigen Behörden (in Deutschland die #Bundesnetzagentur) lassen das Gerät dann oft auf Ihre Kosten vernichten.
  • Empfindliche Strafen: Wenn Sie ein nicht zugelassenes Gerät betreiben und dabei andere Funkdienste stören, wird das schnell geortet. Die Strafen und Messeinsätze der Behörden kosten schnell mehrere tausend Euro.
  • Sicherheitsrisiken: Fehlende Prüfungen bedeuten auch, dass Brandschutz- und Stromsicherheitsstandards oft nicht eingehalten werden.

Um nicht in die Falle zu tappen, können Sie ein Angebot auf eBay (oder anderen Plattformen) anhand dieser fünf Warnsignale innerhalb von Sekunden entlarven.

Checkliste für den „Sicherheits-Check“:

  1. Der „China Export“-Trick (Das CE-Logo)

Schauen Sie sich das CE-Logo auf den Produktfotos (meist auf der Rückseite oder dem Aufkleber) ganz genau an:

Echtes CE: Die Buchstaben C und E sind zwei Kreise, die sich schneiden. Der Mittelstrich des E ist kürzer als die oberen/unteren Bögen. Zwischen den Buchstaben ist ein deutlicher Abstand.

Falsches CE („China Export“): Die Buchstaben stehen sehr eng beieinander. Oft berühren sie sich fast. Das ist kein offizielles Prüfsiegel, sondern nur eine Deklaration für den Export aus China.

  1. Fehlende Konformitätserklärung (DoC)

Seriöse Hersteller (wie Kenwood, Alpine, JVC, Pioneer oder Zenec) haben für jedes Modell eine “Declaration of Conformity“ (DoC).

Check: Suchen Sie in der Artikelbeschreibung nach Sätzen wie „Entspricht den Richtlinien 2014/53/EU“ oder „RED-konform„.

Tipp: Wenn der Verkäufer auf Nachfrage keine PDF der Konformitätserklärung schicken kann (oder nur ein chinesisches Dokument schickt), lassen Sie die Finger davon.

  1. Unrealistische Preise

Das ist der Klassiker bei illegalen Geräten. Durch fehlende Zertifizierungen und Prüfungen, kopierte Software und fehlende Lizenzen sparen diese Firmen viel Geld. Die Preise sind also deutlich niedriger als bei vergleichbaren Produkten. Schauen Sie sich das Angebot anderer Hersteller an, um herauszufinden, wie realistisch der Preis ist.

  1. Das Impressum des Verkäufers

Klicken Sie oben rechts auf den Nutzernamen des Verkäufers und schauen Sie ins Impressum („Rechtliche Informationen des Verkäufers“):

Steht dort eine Adresse in Shenzhen, Guangdong oder Hongkong, wird das Gerät direkt aus China oder über ein Transitlager importiert. Diese Händler ignorieren europäische Zulassungsregeln fast immer, da sie rechtlich nicht greifbar sind.

Vorsicht: Auch wenn dort „Artikelstandort: Frankfurt“ steht, kann der Verkäufer dennoch in China sitzen. Nur im Impressum finden Sie den tatsächlichen Standort.

  1. Fehlende E-Prüfzeichen (bei Autoradios)

Für den Festeinbau in Fahrzeugen ist in Europa das E-Prüfzeichen (ein großes E in einem Kreis oder Rechteck mit einer Prüfnummer) vorgeschrieben.

Fehlt dieses Zeichen auf dem Gehäuse des Radios, hat das Gerät keine Bauartgenehmigung für Kfz.

Folge: Bei einem Unfall oder einer strengen TÜV-Prüfung kann das zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führen, da das Radio die Bordelektronik stören könnte.

Wie gehen Sie also am besten vor?

Wenden Sie sich noch vor dem Kauf an einen Fachmann oder ein Fachgeschäft.

Oder nutzen Sie den 3-Punkte-Check:

Schritt 1: Das Umweltregister (Stiftung ear)

Jeder, der in Deutschland Elektronik verkauft, muss im Verzeichnis der Stiftung ear registriert sein.

Aktion: Gehen Sie auf die Verzeichnisseite der Stiftung ear.

Prüfung: Geben Sie den Markennamen des Radios ein.

Ergebnis: Finden Sie keinen Eintrag? Dann handelt es sich um einen illegalen Direktimport. Der Verkäufer drückt sich vor den Entsorgungskosten (WEEE). Das ist oft ein Zeichen dafür, dass ihm auch Sicherheitsnormen egal sind.

Schritt 2: Die Marktüberwachung (Bundesnetzagentur)

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) prüft regelmäßig Geräte auf Funkstörungen und Sicherheit.

Aktion: Suchen Sie in einer Suchmaschine nach Bundesnetzagentur Marktüberwachung Statistik oder schauen Sie in das Portal „nando“ (EU-Datenbank).

Prüfung: Viele Billig-Radios aus China stehen auf der roten Liste.

Schritt 3: Die Konformität & Kennzeichnung (CE & RED)

Ohne diese Unterlagen darf das Gerät in Deutschland nicht betrieben werden.

Aktion: Suchen Sie in der Artikelbeschreibung nach der „EU-Konformitätserklärung“ (EU Declaration of Conformity).

Prüfung: Ein seriöser deutscher Händler verlinkt diese oft als PDF. Darin muss stehen, dass das Gerät die Richtlinie 2014/53/EU (RED) erfüllt.

Optischer Check: Das CE-Zeichen muss auf dem Gerät (nicht nur auf der Packung!) dauerhaft angebracht sein.

Wer das bis hier gelesen hat, fragt sich vielleicht, warum das so wichtig ist.

In Deutschland ist die Bundesnetzagentur sehr aktiv. Wenn Ihr billiges China-Radio den Polizeifunk oder den Flugfunk stört (was bei schlechter Abschirmung oft vorkommt), kann es sein, dass der Messwagen der BNetzA schnell vor Ihrer Tür steht. Die Kosten für diesen Einsatz und das Bußgeld übersteigen den Preis des Radios um das Zehnfache.